Gartenmöbelverwandlung

Von Leonie Matzik 
 
Auf der Suche nach ein paar Kleinmöbeln für unseren Garten wurde ich im Internet fündig. In einer Gartenaktion bot ein Anbieter viele verschiedene Gartenmöbel an. Unter anderem waren ein Pflanztisch, ein Balkongewächshaus und ein kleiner Gartenschrank dabei. Genau danach hatte ich gesucht! Das „Problem“ an der Sache war allerdings, dass alle drei Möbelstücke aus honigfarbenem Holz waren. Das würde so gar nicht in unseren Garten passen. Ich bestellte trotzdem und fuhr schon kurz danach in den Baumarkt. Ein neues Projekt bahnte sich an. Im Folgenden zeige ich Euch, wie ich bei der Verwandlung der zwar neuen, aber etwas langweilig aussehenden Gartenmöbel vorgegangen bin. Denn Möbel müssen nicht immer erst alt werden, um im Shabby Chic Stil aufgearbeitet zu werden. Ein wenig Do-it-yourself und selbst aus einfachen neuen Möbel können wahre Hingucker werden.{loadposition adsense_content_mediumrectangle}

 
 
 
 

Das wird benötigt:

Arbeitsaufwand: 
  • Balkongewächshaus ca. 6 Stunden
  • Geräteschrank ca. 4 Stunden 
  • Pflanztisch ca. 3 Stunden
 
Eingesetzte Materialien:
  • Malerkrepp (Abklebeband) 
  • Signeo Buntlack extra matt „Boudoir“ 
  • Alpina 2in1 Weißlack 
  • 2 flache Lackpinsel, synthetische Borsten 
  • 2 Landhausmöbelgriffe für das Balkongewächshaus 

 

So geht’s:

 

 
 
 
1. Vorbereitung
Der Vorteil von neu bestellten Möbeln ist, dass sie oft zerlegt ankommen. So auch in meinem Fall, was den Vorteil hatte, dass ich jedes einzelne Teil sehr bequem von allen Seiten bearbeiten konnte, bevor die Möbelstücke zusammengebaut wurden. Als ich das erste Paket ausgepackt hatte, habe ich zuerst überlegt, ob ich die einzelnen Teile alle anschleifen soll, damit die Farbe besser haftet. Da das Holz aber nicht perfekt glatt war, entschied ich mich dagegen. Denn solange die Oberflächen Eurer Objekte nicht zu glatt sind, und wenn sie vor allen Dingen sauber sind, könnt Ihr Euch das recht mühselige Anschleifen in der Regel sparen. Dafür musste ich allerdings etwas Zeit für das Abkleben investieren. Insbesondere bei dem Balkongewächshaus war das recht zeitraubend. Schließlich waren in sechs der Außenteile Sichtfenster aus Kunststoff eingelassen, die sich auch nicht herausnehmen ließen. Aus diesem Grund musste ich jedes einzelne Fenster von beiden Seiten sauber mit Malerkrepp abkleben. Bei dem Pflanztisch klebte ich außerdem die Tischplatte aus Zink ab, genauso wie das Zinkdach des Gartenschranks.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
2. Anstrich Nr. 1
Wie auch schon bei meinem Kübel-Projekt und dem Schmetterlingsbild verwendete ich Acryllack in der Kontrastschicht-Methode. Diese hatten sich bisher gut bewährt und um ein einheitliches Bild in unserem Garten zu erzeugen, griff ich wieder auf meinen Lieblingsfarbton „Boudoir“ von Signeo als erste Schicht zurück. Mit diesem auch für den Außenbereich geeigneten Acryllack strich in nun alle Teile der drei Möbelstücke zweifach an. Dazu verwendete ich meistens einen flachen und breiten Synthetikpinsel. Für engere Stellen, wie beispielsweise zwischen den einzelnen Brettern der Einlegeböden war aber ein kleiner Borstenpinsel besser geeignet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
3. Vorbereitung Anstrich Nr. 2
Vor dem Auftragen der hellen Farbe bearbeitete ich nun großflächig die Stellen, die ich beim Finish mit Schleifpapier wieder etwas freilegen wollte mit einfachem Kerzenwachs. So würde die obere Farbschicht nicht zu gut auf dem Untergrund haften. Mehr zu diesem Vorgehen findet Ihr bei meinen Tipps.
 
 
 
4. Anstrich Nr. 2
Als oberste Lackschicht entschied ich mich, wieder den 2in1 Weißlack von Alpina zu verwenden. Bei diesem Projekt war es mir allerdings sehr wichtig, dass der Shabby-Effekt sehr deutlich erkennbar und noch viel von dem lila Untergrund zu sehen sein würde. Deshalb nahm ich jeweils nur sehr wenig Farbe auf meinen Pinsel und strich bewusst sehr unregelmäßig. Mit sehr wenig Farbe meine ich dabei wirklich so wenig Farbe, dass selbst mit großem Druck des Pinsels auf dem Untergrund nur noch ein Hauch Farbe auf dem Untergrund zurück bleibt. So wird schon fast ein White-Wash Effekt erzielt (mehr zu dieser Technik erkläre ich in meinem Kapitel White Wash). Wenn Ihr einen ähnlichen Effekt erzielen möchtet, ist es das Wichtigste, nie zu viel Farbe auf dem Pinsel zu haben. Nach dem erneuten Eintauchen des Pinsels in die Farbe (auch wenn es wirklich nur die äußerste Spitze ist), den Pinsel immer erst sehr gut abstreifen bevor Ihr weiter streicht (z.B. auf einem Stück Küchenrolle)! Der Vorteil einer so dünnen Lackschicht ist ganz nebenbei, dass sie rasend schnell trocken ist. Insgesamt solltet Ihr aber versuchen, eine ausgewogene Balance zu finden zwischen Stellen, die fast deckend weiß sind und Stellen, die nur einen Hauch von weißer Farbe abbekommen haben. Ihr solltet außerdem berücksichtigen, dass das spätere Abschleifen besser funktioniert, je mehr weiße Farbe auf einer Stelle aufgetragen worden ist. D.h. eine Stelle, wo nur ein Hauch weißer Farbe aufgetragen worden ist, lässt sich diese später auch kaum weiter bearbeiten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

5. Finish
Beim Finish geht es wie so oft um Schleifpapier. Damit wird die weiße Lackschicht an den Stellen wieder heruntergenommen, an denen Ihr das Lila noch stärker hervorschauen lassen wollt. Vielleicht fragt Ihr Euch jetzt, wozu das noch notwendig ist. Denn schließlich hattet Ihr ja schon beim Streichen der weißen Lackschicht so unregelmäßig gestrichen, dass viel von dem Lila sichtbar geblieben ist. Der große Unterschied ist, dass das Abschleifen stellenweise den gesamten weißen Lack herunternimmt. So ist der Kontrast zwischen dem Untergrund und dem gestrichenen Weiß sehr groß. An den anderen Stellen, an denen Ihr nur sehr dünn gestrichen habt, ist der Übergang der beiden Farben eher fließend. In dem Foto unten habe ich Euch einmal den Unterschied markiert. Die Felder mit der Nr. 1 zeigen Stellen, wo der Übergang durch das dünne Streichen mit weißem Lack sehr fließend ist. In den Markierungen mit der Nr. 2 seht Ihr Stellen, an denen der Kontrast der beiden Lackschichten durch das Anschleifen hervorgeholt worden ist. Das Zusammenspiel aus beiden Effekten macht das Möbelstück erst so richtig interessant. Glaubt mir, auch wenn Ihr denkt, dass Euer Möbelstück schon nach dem dünnen weißen Anstrich perfekt aussieht, das Finish mit Schleifpapier fügt am Ende noch das I-Tüpfelchen hinzu!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
6. Montage
Da die Griffe des Balkongewächshauses sehr einfach waren, d.h. einfache silberne Bögen, bestellte ich mir im Internet zwei Möbelgriffe im Landhausstil. Dabei achtete ich darauf, dass sie den gleichen Lochabstand hatten wie die Original-Griffe. So war eine Montage sehr einfach und ich musste keine neuen Löcher bohren. Wenn Ihr alte Möbel aufarbeitet oder vielleicht auch neue Möbel etwas aufpeppen wollt, lohnt sich immer die Überlegung, ob die bisherigen Möbelgriffe oder Knöpfe nicht ausgetauscht werden sollten. Im Internet findet sich eine unglaublich große Auswahl solcher Griffe, die viel an der Optik eines Möbelstücks verändern können! Das Zusammenbauen der Möbel erfolgte dann nach der mitgelieferten Anleitung und kurze Zeit später zeigten sich meine neuen Möbel von ihrer besten Seite in meinem Garten und niemand würde erraten, wo ich sie herbekommen habe.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
http://www.shabby-it-yourself.de/

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