Was hilft bei Rheuma?

Was sind rheumatische Beschwerden?
Die Zahlen, die im Zusammenhang mit Rheuma genannt werden, sind verblüffend und erschreckend zugleich. Etwa 20 Millionen 

Deutsche leiden unter einer Erkrankung aus dem „rheumatischen Formenkreis“, unter den je nach Quelle zwischen 100 und 200 Krankheiten fallen. Prominente Beispiele dafür sind Gicht und Arthrose. Dabei ist Rheuma keine Krankheit, die nur alte Menschen treffen kann. Zwar tritt sie gehäuft im Alter auf, doch schon kleine Kinder und Jugendliche können darunter leiden. Das liegt daran, dass die entzündlichen Krankheiten des rheumatischen Formenkreises vorwiegend genetisch bedingt sind.{loadposition adsense_content_mediumrectangle}
 

Die rheumatischen Erkrankungen werden in drei Gruppen unterteilt:

Der degenerative Rheumatismus 
Hierbei handelt es sich um einen nicht-entzündlichen Verschleiß der Gelenke durch den Abrieb der Gelenkknorpel, dazu gehört auch die Arthrose. Besonders betroffen sind Hüftgelenke, Kniegelenke, Fingerendgelenke und das Daumengrundgelenk.
 
Der entzündliche Rheumatismus oder chronische Polyarthritis 
Er beginnt meist mit einer entzündlichen Erkrankung der Fingergelenke und greift dann auch auf andere Gelenke über. Durch die Entzündung werden die Gelenkknorpel angegriffen, so dass im Laufe der Zeit die Gelenke versteifen. Diese Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, Frauen sind davon doppelt so häufig betroffen wie Männer.
 
Der Weichteilrheumatismus 
Dieser befällt in der Regel nicht die Gelenke, sondern Sehnen, Muskeln und Nerven.
 
Allen dreien ist jedoch gemeinsam, dass keine Heilung, sondern nur Linderung der mit der Krankheit eingehenden Schmerzen möglich ist. Der Gang zum Arzt ist unbedingt nötig, wenn Knochen- und Gelenkbeschwerden ursächlich nicht zuzuordnen sind (keine Verletzung, kein Muskelkater, keine Verspannung etc. ) und länger anhalten. Wenn Rheumatismus in der Familie liegt, sollte den Beschwerden ein besonderes Augenmerk gelten. Dadurch kann das Fortschreiten der Krankheit, die im Anfangsstadium noch gute Behandlungsaussichten bietet, oft vermieden werden. Neben einer ärztlichen Betreuung gibt es allerdings noch verschiedene Möglichkeiten Rheuma zu lindern. Darunter fallen einige wirkungsvolle Hilfsmittel aus der Natur und die  Umstellung der Ernährung.
 

Natürliche Helfer bei Rheuma

Durch die moderne Schulmedizin wurden viele Erkenntnisse der Erfahrungsheilkunde verdrängt. Heute besinnt man sich wieder mehr auf die Heilkräfte der Natur, um die Anwendung von Medikamenten mit ihren teilweise erheblichen Nebenwirkungen einzuschränken.
 
Rheuma-Kuren lindern häufig die Beschwerden. Dafür sorgen entzündungshemmende Salben mit Arnika, Majoran und Kiefern- oder Fichtennadelöl. Das Einreiben mit Rosmarinspiritus und Johanniskrautöl hilft ebenfalls bei schmerzenden Gelenken. Wahre Wunder wirken auch heiße Umschläge mit gequetschten Leinsamen oder Sonnenhut-Tinktur. Diese Schmerztherapie wird durch Wacholderbäder, durch Heublumen- oder Haferbäder sowie durch Packungen mit Fangoschlamm oder Heilerde wirksam ergänzt.
 
Langfristig lassen sich rheumatische Beschwerden jedoch nur abwenden, wenn der Körper von Giftstoffen und Schlacken befreit wird, die an der Entstehung der Entzündungen mit beteiligt sind. Ideal hierfür sind Trinkkuren mit Frischpflanzensäften. Hilfreich und besonders effektiv sind Löwenzahnsaft und Birkensaft sowie Brennnessel- und Zinnkrautsaft, die es in Apotheken und Reformhäusern gibt. Diese Pflanzensäfte sind äußerst kaliumreich. Sie fördern die Entwässerung sowie die Entgiftung und sollten daher bei keiner Rheuma-Kur fehlen.
 
Anwendungen mit Honig haben sich bei Rheuma gleichfalls bewährt. Zum Beispiel hilft ein Bad mit 500 Gramm Honig und 200 Gramm Meersalz: Beide Zutaten in warmem Wasser vermischen und darin 10 Minuten baden. Anschließend sich nur leicht abtrocknen und warm eingepackt ins Bett legen. 
 
Honig-Umschläge helfen ebenfalls. Dazu bestreicht man das Gelenk oder die betroffene Stelle dick mit Honig und deckt diese dann mit einem Baumwoll- oder Leinentuch ab. Der Umschlag wird anschließend mit Mullbinden fixiert. Darüber kommt ein Plastikbeutel oder ähnliches, in den für die Hand oder den Fuß eine zweite Öffnung geschnitten wurde. So bleiben Kleidung oder Bett sauber. Dieser Umschlag sollte einige Stunden, am besten über Nacht, einwirken. Danach wechseln.
 
Für Honig-Umschläge ist am besten Manuka-Honig geeignet. Er wird von Bienen aus dem Blütennektar des Manukastrauches gewonnen, der nur in Neuseeland wächst. Die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, nutzen traditionell die Blätter des Manukastrauches sowie den Honig zur Desinfektion und zur Unterstützung der Heilung von Entzündungen, Infektionen und Erkältungskrankheiten. Manuka-Honig enthält im Vergleich zu normalem Blütenhonig einen überaus hohen Gehalt an Methylglyoxal (MGO). Dieses MGO ist für die stark antibakterielle („aktive“) Wirkung des Honigs verantwortlich. Ab 100 mg MGO pro kg Honig spricht man von einem aktiven Manuka-Honig (erhältlich in Apotheken, Reformhäusern oder bei www.neuseelandhaus.de). Aktiver Manuka-Honig hilft durch das MGO die Schmerzen zu stillen und abzuschwellen, da er die Entzündung effektiv bekämpft.
 
Bei Arthrose, die auch zu den rheumatischen Erkrankungen zählt, gibt es ein probates Hausmittel: man mische den Saft von zwei Zitronen mit Manuka-Honig und Wasser oder Mineralwasser und trinke es tagsüber. Dies reinigt den Körper und hilft von Innen gegen die Arthritis. Ähnlich hilft auch ein Glas heißes Wasser mit einem Esslöffel Apfelessig und einem Teelöffel Manuka-Honig.
 

Die richtige Ernährung bei Rheuma

Um schmerzfrei mit einer rheumatischen Erkrankung leben zu können, ist es notwendig seine Ernährung umzustellen. Denn über bestimmte Nahrungsmittel können Entzündungsvermittler in den Körper gelangen. Diese Stoffe fachen die Entzündungsherde weiter an und sorgen so für Schmerzen.
 
 
Worauf man als Rheuma-Betroffener in seiner Ernährung achten sollte, stellt die Ernährungsexpertin Sonja Carlsson in ihrem Buch „Vegetarisch genießen bei Rheuma und Gicht – Mit der richtigen Ernährung Schmerzen lindern“ (erschienen 2013 bei Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover) vor.
 
Normalgewicht erreichen
 
Übergewicht ist im Allgemeinen ein Feind der Gesundheit. Wer sein Normalgewicht erreicht und hält, entlastet seine Gelenke und Knochen deutlich. So werden die Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen minimiert. Auch Untergewicht ist der Gesundheit abträglich, da der Entzündungsprozess besonders viele Nährstoffe und Energie verbraucht. Beide sind bei Untergewicht tendenziell Mangelware.
 
 
Pflanzenbetonte Kost
In tierischen Produkten ist die mehrfach ungesättigte Fettsäure Arachidonsäure enthalten, aus der unser Körper „Entzündungsboten“ bildet, die so genannten Eicosanoide. Deshalb sollte man tierisches Fett meiden und pflanzlichen Fetten und Ölen den Vorzug geben. Dabei sollte der Fettgehalt insgesamt reduziert werden. Da aufgrund der Einnahmen von Medikamenten (Kortison) ein erhöhter Kalziumbedarf (1000 mg täglich) besteht, empfiehlt sich der Verzehr fettarmer Milch, Milchprodukte und Käsesorten.
 
Die oxidative Bildung der Eicosanoide aus Arachidonsäure kann medikamentös, aber auch durch bestimmte „positive“ Fettsäuren, die so genannten Omega-3-Fettsäuren, verhindert werden. Diese sind vor allem in Seefisch enthalten. Fisch sollte deshalb mindestens zweimal in der Woche auf dem Speiseplan stehen. 
 
Noch ein kleiner Trick: Gewürze helfen Kochsalz zu sparen und regen die Produktion von Verdauungssäften an. Zudem machen sie viele Speisen bekömmlicher. Beispiele für Gewürze, die rheumatischen Entzündungen vorbeugen, sind Bärlauch, Cayennepfeffer, Fenchel, Rosmarin und Zimt.
 
 

Reduktion purinhaltiger Nahrungsmittel

Die Stoffgruppe der Purine ist für Rheumatiker gefährlich, da diese Stoffe vom Körper zu Harnsäure abgebaut werden. Ist der Harnsäurespiegel im Organismus zu hoch, kann diese nicht mehr ausreichend über die Nieren ausgeschieden werden. Die Folge dieser so genannten Hyperurikämie: die Harnsäure kristallisiert aus und lagert sich in den Weichteilen, den Gelenken und der Niere ab. Landläufig kennt man dieses Problem als Gicht. Purine umgeht man am besten, indem man wenig Fleisch isst und gänzlich auf Innereien verzichtet. Hülsenfrüchte sollte man aus diesem Grund auch nur begrenzt verzehren.
 
 

Vermeiden/Reduktion von Alkohol

Übermäßiger Alkoholkonsum schadet, da die Carbonsäuren mit der Harnsäure in der Niere konkurrieren. Die Hefereste im Bier liefern zusätzlich noch harnsäurebildende Purine. Am besten reduziert man den Alkoholgenuss auf ein Mindestmaß.
 
 

Viel Trinken

Wer viel trinkt, möglichst Wasser, Säfte, Fruchtschorlen und Tees, der wirkt Gichtanfällen entgegen. Die Flüssigkeit hilft die Harnsäure im Blut und im Urin zu verdünnen, woraufhin diese leichter ausscheidbar ist. 2,5 bis 3 Liter pro Tag sind dabei optimal.
 
Zusätzlich zur alltäglichen, bewussten Ernährung helfen zwei- bis dreitägige Fasten-Kuren rheumatische Beschwerden zu lindern. Der Betroffene wird dabei auf eine „Null-Diät“ gesetzt und dadurch der Verzehr Rheuma auslösender Faktoren verhindert. Dafür sollten 3-4 Liter mineralstoffreiche Flüssigkeit, wie Gemüsebrühe, Mineralwasser oder Tee, zu sich genommen werden. Beim Fasten entsteht Kortison, auch Endorphine (Glückshormone) werden ausgeschüttet. Beide lindern den Schmerz.
 
Im Buch „Vegetarisch genießen bei Rheuma und Gicht“ finden sich noch weitere Tipps und ausführliches Fachwissen. Dazu wurden von der Autorin Sonja Carlsson über 80 leckere Rezepte zusammengestellt. „Finden Sie sich nicht mit Ihren Schmerzen ab“, rät die Ernährungswissenschaftlerin. Sie weiß aus langjähriger Erfahrung mit Diäten, dass keine Kostform dauerhaft Erfolg hat, wenn sie nicht schmeckt. Ihre Rezepte zeigen, dass man gerade mit  bewusster Ernährung wunderbar und ohne Reue schlemmen kann. Diese beiden Beispiele aus dem Buch belegen das eindrücklich:
 
 

Tostadas

(für 4 Personen)
 
Das wird benötigt
Für den Fladenteig
150 g Maismehl
180 g Weizenmehl
250 ml warmes Wasser
1 TL Salz
 
Für den Belag
100 g Sojakost Fertig-Mix nach Hackfleischart (Reformhaus)
2 EL Olivenöl
1 Avocado
1 Knoblauchzehe
Pfeffer, Salz
1-2 Chilischoten
1 Limette
3 Tomaten
150 g grüne Bohnen
1 Zwiebel
1 EL Honig
frische Korianderblättchen oder glatte Petersilie
 

So geht’s

Aus Maismehl, Weizenmehl, Wasser und Salz einen glatten Teig herstellen. Den Teig 20 Minuten quellen lassen. Inzwischen die Sojakost nach Packungsangabe zubereiten und 15 Minuten quellen lassen.
 
Die Avocado halbieren, den Kern herauslösen und die Haut abziehen. Das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken, die Knoblauchzehe abziehen und durch eine Presse dazudrücken. Alles mit Pfeffer, Salz und ausgepresstem Limettensaft abschmecken.
 
Salzwasser zum Kochen bringen, die Tomaten oben kreuzweise einritzen, etwa 10 Sekunden ins kochende Wasser geben, dann eiskalt abschrecken, die Haut abziehen, die Tomaten entkernen und das Fruchtfleisch grob würfeln.
 
Die Bohnen in 1 cm lange Stücke schneiden, etwa 5 Minuten in Salzwasser garen, herausnehmen und abschrecken. Mit den Tomatenwürfeln mischen.
 
Die Zwiebel abziehen, fein würfeln, im restlichen Öl anbraten und das Gemüse dazugeben. Die Sojamasse sowie den Honig untermischen und das Ganze kurz köcheln lassen.
 
Anschließend walnussgroße Stücke vom Teig abnehmen und mit dem Nudelholz zu hauchdünnen Fladen ausrollen.
 
Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und aus den Teigflecken nacheinander Tortillas kurz auf beiden Seiten knusprig braten, herausnehmen und warm stellen.
 
Die Tortillas mit Avocadocreme bestreichen und 1 EL von der Soja-Gemüse-Mischung darauf geben. Mit Kräutern garnieren.
 
Eine Portion enthält:
495 kcal (2071 kJ), 12 g Eiweiß, 17 g Fett, 74 g Kohlenhydrate, 69 mg Kalizium, 121 mg Harnsäure
 
Fotohinweis: Hensel / Wirths PR
 
 

Caipirinha mit Birkensaft

(für 2 Gläser)
 
Das wird benötigt
1 Limette
2 TL brauner Zucker
Eiswürfel
2 Schnitze einer unbehandelten Orange
3 cl Birkensaft (Reformhaus oder Apotheke)
4 cl Zinnkrautsaft (Reformhaus oder Apotheke)
120 ml Orangensaft
2 cl Limettensirup oder 1 EL Honig
4 Cocktailkirschen 
 
 

So geht’s

Die Limette halbieren und je eine Hälfte in ein Caipirinha-Glas ausdrücken.
Den Zucker unterrühren, einige Eiswürfel sowie je einen Orangenschnitz hinzufügen
 
Den Birken- und den Zinnkrautsaft mit dem Orangensaft mischen und das Ganze mit Limettensirup oder Honig süßen. Auf die beiden Gläser verteilen.
 
Je zwei Cocktailkirschen auf ein Partyspießchen stecken und jeweils über ein Glas legen oder hineinstellen.
 
Die Ernährungsexpertin Sonja Carlsson gibt folgenden Tipp: Die Heilkräutersäfte werden bei rheumatischen Krankheiten empfohlen. Pur schmecken sie nicht besonders gut, aber gemixt in Frucht- und Gemüsesäfte lassen sie sich sehr gut trinken, sodass sich durch die regelmäßige Einnahme dauerhaft eine antirheumatische, nierenanregende und entwässernde Wirkung zeigt.
 
Eine Portion/Glas enthält:
66 kcal (276 kJ), 0,9 g Eiweiß, 0,7 g Fett, 12,4 g Kohlenhydrate, 25 mg Kalzium, 0 mg Harnsäure
 
Fotohinweis: Schoenenberger / Wirths PR
 
 
 
 

 
Sonja Carlsson: Vegetarisch genießen bei Rheuma und Gicht
Mit der richtigen Ernährung Schmerzen lindern.
 
Wer als Rheumatiker oder Gichtpatient schmerzfrei leben möchte, der kommt um eine Umstellung seiner Ernährung oft nicht herum. Purinarm, entzündungshemmend, kalziumreich und kalorienbewusst sollte sie sein. Wer dabei auf Fleisch verzichtet, trägt maßgeblich  zu einer Verringerung  der entzündlichen Reaktionen im Körper bei und nimmt leichter ab. 
Fachkundig erläutert die Autorin die Vorteile der vegetarischen Ernährung für Rheumatiker und Gichtpatienten. Um den Weg in die gesunde und schmerzfreie Ernährung zu ebnen, hat sie viele leckere Rezepte zusammengestellt. Alle Rezepte enthalten neben den üblichen Nährwertdaten noch Angaben zu Kalzium und Harnsäure pro Portion – und beweisen, wie kreativ und schmackhaft die vegetarische Küche sein kann!
 
 
 
 

Kostproben aus dem Rezeptteil

Gesundes aus Milch: Milch, Sauermilchprodukte, Käse und Quark
Frisch geerntet und verarbeitet: Salate, Gemüse, Kartoffeln, Obst
Körner in jeder Form: Brot, Teigwaren, Nüsse, Kerne und Samen
Wertvolle Eiweißlieferanten: Eier und Hülsenfrüchte
Bequem kochen mit Convenience-Produkten: Suppen, Saucen, Fertigteige
Gegen den Durst: Mixgetränke, Teedrinks und Smoothies
 
Schlütersche Verlagsgesellschaft Hannover, ISBN 978-3-89993-641-4
19,95 €.
 
 
Text/ Fotos: Wirths PR
 

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